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Fesselndes Beziehungsdrama um eine verlorene Liebe, inspiriert von Max Frisch. Rückkehr nach Montauk ist für Regisseur Volker Schlöndorff eine Rückkehr zu Max Frisch. Mit der Verfilmung von Homo Faber war ihm Anfang der 90er Jahre ein künstlerischer und ein Kassenerfolg gelungen. Damals hatte er mit Max Frisch über ein weiteres gemeinsames Projekt nachgedacht und dabei Montauk, die Erzählung über dessen Liebesbeziehung zur Dichterin Ingeborg Bachmann, kategorisch ausgeschlossen. Ganz losgelassen scheint Schlöndorff diese Idee nie zu haben. Weil ihm Frischs Novelle unverfilmbar erschien, hat er sich nun von ihr inspirieren lassen und sich selbst und eigenes Erleben in den Mittelpunkt seines Drehbuchs gestellt. Die Geschichte ist schnell erzählt: Ein Schriftsteller kommt nach New York, um sein neues Buch über eine gescheiterte Liebe vorzustellen. Seine junge Freundin begleitet ihn. In New York trifft er auf die Frau von damals, eine selbstbewusste deutsche Anwältin. Auf einem Wochenendtrip nach Montauk auf Long Island stellen sich die beiden ihren Erinnerungen und Gefühlen. Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff (Die Blechtrommel), der sich als dienstältester Regisseur des jungen deutschen Films bezeichnet und als Filmemacher nun über 50 Jahre für großes, relevantes Kino steht, ist hier sein persönlichster Film gelungen. Mit Hilfe des irischen Autors Colm Toíbin hat er großartige Dialoge für seine dramatische Dreiecksbeziehung geschaffen. Ohnehin verleihen die herausragenden Schauspieler den Figuren Glaubwürdigkeit und eine beeindruckende emotionale Tiefe. Stellan Skarsgard und Nina Hoss leben ihre Figuren als Schriftsteller Max Zorn und seine verflossene Geliebte. Susanne Wolff hält auf Augenhöhe mit, auch wenn es spannend gewesen wäre zu sehen, was die ursprünglich vorgesehene Bibiana Beglau aus dieser Rolle gemacht hätte. Das Gefühl von Verlust und Vergänglichkeit durchzieht die sonnenhellen, flirrenden Bilder am Strand von Long Island, der eingängige Score von Max Richter tut ein Übriges, um dieses Beziehungsdrama so faszinierend zu machen. Schlöndorff ist ein kleines Meisterwerk gelungen, dessen mitunter zu männlich-eitler Blick kritisiert wurde, das aber zu Unrecht auf der Berlinale übersehen wurde und großstädtisches, erwachsenes Kino liefert, das immer noch viele Anhänger hat. uh.