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Dror Zahavis Film ist ein hochkarätig besetzter Zweiteiler über die vielen verschiedenen Facetten von Unglück. Zwischenzeitlich hat das ZDF das Drama als Blutsbande - Geheimnis einer Familie angekündigt. Das wäre zwar auch kein besonders origineller Titel gewesen, aber Familie! signalisiert gerade wegen des Ausrufezeichens womöglich eher eine Komödie. Das Werk knüpft jedoch an viele dramatische Mehrteiler an, die Produzent Oliver Berben schon für das ZDF hergestellt hat. Dabei ging es stets um Familiengeschichten, wie oft schon die Titel zum Ausdruck brachten; und fast immer spielte Iris Berben die Hauptrolle. Früher hat diese Filme stets der im Frühjahr verstorbene Carlo Rola inszeniert. Familie! ist wie schon zuletzt Alles muss raus von Dror Zahavi, der gemeinsam mit seinem bevorzugten Kameramann einen etwas anderen Stil pflegt als das ähnlich eingespielte Duo Rola und Frank Küpper. Zahavi und Steffen legen zwar ebenfalls großen Wert auf eine sorgfältige Bildgestaltung, aber die Arbeiten von Rola und Küpper trugen oft einen unsichtbaren Event-Stempel; auch deshalb wirkt Familie! etwas lebensnäher. Zahavi und Drehbuchautor Rainer Berg erzählen eine zunächst beinahe ganz normale Geschichte: Starkoch Lennart Behrwaldt (Jürgen Vogel) ist soeben Vater geworden, hat aber eigentlich keine Lust auf Familie; viel lieber würde er sein ungebundenes Leben als Restaurantbesitzer und die Liebelei mit seiner litauischen Köchin fortsetzen. Im Gegensatz zu ihm glaubt Nida (Natalia Belitski) jedoch an das Modell Familie, und deshalb beendet sie das Verhältnis. Notgedrungen muss Lennart mit Melanie (Anna Maria Mühe), der Mutter seines Kindes, ins Haus der Familie Behrwaldt einziehen, wo ihn prompt die Erinnerungen an seine unerfreuliche Kindheit überwältigen: In der altehrwürdigen Villa ist die Zeit vor hundert Jahren stehen geblieben. Das Haus strahlt ebenso wie Lennarts Großmutter Alba (Anna Maria Fliegel) eine menschenfeindliche Kälte aus. Lennart leidet unter immer stärkeren Halluzinationen und Albträumen. Als er nach einem Motorradunfall aus dem Koma erwacht, ahnt der Klinikpsychiater (Bernhard Schir), das sein Patient als Kind ein traumatisches Erlebnis hatte, dem er sich endlich stellen muss. Natürlich ist ein düsteres Familiengeheimnis der Schlüssel: Lennarts Mutter (Iris Berben) hat ihm nie gesagt, wer sein Vater war. Die Auflösung des Dramas ist ungewöhnlich; der Weg dorthin hätte allerdings nicht unbedingt knapp drei Stunden dauern müssen. Dass die Zeit trotzdem nicht verschwendet ist, liegt in erster Linie an der ausnahmslos erstklassigen Darstellerriege, selbst wenn die meisten Mitwirkenden erwartungsgemäß und einige sogar eher einfallslos besetzt sind, allen voran Katharina Thalbach als Melanies patente Mutter aus einfachen Verhältnissen. Vielleicht hinterlässt Natalia Belitski, in der Tragik ihrer Rolle schön wie ein klassischer Filmstar, auch deshalb den nachhaltigsten Eindruck. Die Szenen mit Vogel und ihr gehören zu den wenigen, in denen Wärme...