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Genies pendeln immer zwischen Niederlage, Triumph und Wahnsinn. Das galt besonders für Howard Hughes, eine der schillerndsten Gestalten des 20. Jahrhunderts: Er schrieb Schlagzeilen als größenwahnsinniger Flugzeugbauer, exzentrischer Regisseur und legendärer Frauenheld, der Affären mit einigen der schönsten Frauen Hollywoods hatte. Das gilt nicht weniger für Regisseur Martin Scorsese, auf dessen Konto Kinomythen wie Taxi Driver oder GoodFellas gehen. Den Star aus seinem letzten Film, Gangs of New York, holte er jetzt wieder vor seine Kamera, und es zeigt sich einmal mehr: DiCaprio und Scorsese sind ein unschlagbares Team. DiCaprio ist Howard Hughes mit Haut und Haaren, und Aviator einer der glanzvollsten Höhepunkte in der Karriere seines Regisseurs. Von der ersten Sekunde an betört er mit ausgeklügelten, atemberaubend aufwändigen Bildkompositionen (Kamera: Robert Richardson). Und er entfesselt eine Dynamik, die den Zuschauer bis zur letzten Sekunde in Atem hält. So gelingt seinem Film (nach einem Drehbuch von Gladiator-Autor John Logan) das eigentlich Unmögliche: aus einem überwältigenden Leben ein überwältigendes Stück Kino zu machen. Explosive Flugszenen, erotische Skandale, politische Intrigen - es kracht an allen Enden, und doch verbindet Aviator elegant viele Elemente, die allein schon für einen Film reichen würden. So wird das Biopic zum Aufregendsten, das Hollywood seit langem zu bieten hat. In seinem Zentrum lotet Leonardo DiCaprio die Grenzen von Genie und Wahnsinn aus und lässt sein Titanic-Image weit hinter sich. Dass Scorsese ihn mit einem Reigen prominenter Kollegen umgibt, von Cate Blanchett bis Jude Law, sorgt für die letzte besondere Note. So konnte Aviator 3 Golden Globes und sogar 5 Oscars einheimsen.